Der Tag auf der Baustelle ist vorbei, und der Tagesbericht wartet noch. Wer ihn am Abend im Büro aus Notizen, Fotos und Erinnerung zusammensetzt, verliert Zeit und Details. Die Alternative: direkt vor Ort in Mundart diktieren und aus dem Gesprochenen ein fertiges Bautagebuch machen lassen.

Das ist technisch machbar, aber nicht fehlerfrei. In diesem Artikel zeigen wir ehrlich, was bei Schweizerdeutsch gut funktioniert, wo du kurz prüfen musst und warum die Vorlage der eigentliche Hebel für Zuverlässigkeit ist.
Warum Mundart für die KI schwer ist
Schweizerdeutsch ist keine Schriftsprache. Eine Spracherkennung muss deshalb zwei Dinge gleichzeitig leisten: erkennen, was gesagt wurde, und es in lesbares Schriftdeutsch bringen. Wie anspruchsvoll das ist, zeigt eine Studie auf arXiv vom 29. Mai 2026. Das beste dort ehrlich evaluierte Modell erreicht 25,60 % gemessene Wortfehlerrate (WER) auf einem Test mit allen Schweizerdeutschen Dialekten. Zählt man nur echte Erkennungsfehler, liegt die inhaltliche Fehlerrate (content WER) bei 13,8 %. Der Rest sind gültige Varianten wie Satzstellung, Zeitform oder Schweizer Orthografie.
Eine ältere Untersuchung der Uni Zürich (Stand 2024, wiedergegeben von CiaoSepp) zeichnet ein ähnliches Bild: Die Transkripte erhielten 4,4 von 5 Punkten für den Sinnerhalt. Gleichzeitig fanden die Forschenden in 4 von 16 genau geprüften Transkripten erfundene Sätze, dazu systematische Fehler bei Eigennamen und Zahlen.
Was das für dein Bautagebuch bedeutet
Der Sinn eines Diktats kommt in der Regel an. Die Risikostellen sind genau die Dinge, die in einem Bautagebuch zählen:
- Mengen und Masse
- Namen von Subunternehmern, Lieferanten und Ansprechpartnern
- Uhrzeiten und Stundenangaben
- Produkt- und Lieferscheinnummern
Perfektionsversprechen sind deshalb unseriös. Realistisch ist dieser Ablauf: Mundart rein, fertiger Tagesbericht raus, kurz prüfen, freigeben. Dieser Prüfschritt dauert deutlich weniger als das Neuschreiben am Abend, aber er gehört dazu.
Die Vorlage macht aus Rohtext einen fertigen Bericht
Die Dialekterkennung liefert den Rohtext. Ob daraus ein brauchbares Bautagebuch wird, entscheidet die Vorlage. Bei sprichmal lädst du ein bis drei deiner bestehenden Dokumente hoch (Word, PDF, Markdown oder Text). Die KI übernimmt Layout, Abschnitte und Ton, nicht den Inhalt. Pro Konto sind bis zu 10 Vorlagen möglich, enthalten in Pro und in der Founderlizenz.
Für den Bau heisst das: Du hinterlegst ein Beispiel-Bautagebuch deines Betriebs, etwa mit Wetter, Personal, ausgeführten Arbeiten, Lieferungen, Mängeln und Besonderem. Beim Diktat sortiert die KI das Gesprochene in diese Struktur. Es entsteht dein Bericht in deinem Layout und kein Transkript, das du erst noch ordnen musst.
Ein selbst formuliertes Beispiel (kein Messwert, nur zur Veranschaulichung):
- Diktat: «Hüt Morge Betonierä vo de Decki, Wätter troche, sächs Maa uf de Stell, Lieferig Armierig am Namittag cho, bi de Türe im zweite Stock en Schade gseh.»
- Im Dokument: Abschnitte Wetter, Personal, Arbeiten, Lieferungen und Mängel, jeweils in der Sprache und Gliederung deiner Vorlage.
Genau bei den Zahlen und Namen in so einem Bericht lohnt der kurze Blick vor der Freigabe.
Was andere Anbieter im Schweizer Markt tun
Schweizerdeutsch-Diktat auf der Baustelle ist keine Alleinstellung. Baunex bewirbt das Diktat im Dialekt («Drü Stund Montag, zwei Meter Rohr gwächslet»), erkennt Stunden, Material und Tätigkeit und füllt die Felder automatisch aus. Auch e-rapport.ch zeigt ein Mundart-Beispiel, bei dem Rapport, Material und Stunden zugeordnet werden.
Beide Lösungen sind auf Zeit- und Materialrapporte ausgerichtet und füllen feste Felder. Das ist etwas anderes als ein freies Bautagebuch im eigenen Layout. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung: Wer vor allem Stunden und Material für die Verrechnung erfassen will, ist dort gut bedient.
Bei den reinen Baujournal-Apps sieht es anders aus. Auf den von uns gelesenen Seiten von noovi und BMapp ist keine Dialekt-Spracheingabe genannt (das heisst nur: nicht auf der Seite belegt, nicht: existiert nicht). noovi erfasst Einträge direkt auf der Baustelle, auch ohne Empfang. Bygmind transkribiert Sprachnotizen komplett offline, nennt auf der Seite aber keine Dialekt-Unterstützung.
Bei Swiss Transcript ist die Vorlage für Bausitzungsprotokolle derzeit als «Demnächst» gelistet. Ein massgeschneiderter Prompt kostet dort CHF 1'500 inklusive drei Iterationen. Fachvokabular, Namen und Abkürzungen lassen sich dort bereits hinterlegen.
Praxis-Tipps für die Baustelle
Keine KI repariert schlechtes Audio. Eine klare Aufnahme in einem ruhigen Raum wird immer besser transkribiert als ein Interview auf einer lauten Strasse. Für die Baustelle heisst das:
- Das Mikrofon nah an den Mund halten.
- Wenn möglich, einen Moment ohne Maschinenlärm abwarten, etwa in der Pause oder im Bauwagen.
- Zahlen, Namen und Nummern deutlich und langsam nennen.
- Lieber einen Bericht am Stück diktieren als viele kurze Fetzen.
- Vor der Freigabe Mengen, Namen und Nummern kurz gegenlesen.
Vom Diktat zum Bauherrn: Teilen per Link
Ist der Bericht geprüft, muss er zum Empfänger. Bei sprichmal kannst du Berichte per WhatsApp oder E-Mail als Link verschicken. Jeder Link kann ein Ablaufdatum tragen und jederzeit widerrufen werden, und das Teilen per Link ist in jedem Plan inklusive. Bauherr oder Büro klicken und lesen, ohne Konto.
Was es kostet, und warum der Vergleich hinkt
sprichmal kostet CHF 14 pro Monat für unbegrenzte Dokumente, jederzeit kündbar, oder CHF 99 pro Jahr. Die Founderlizenz kostet CHF 299 einmalig, ist auf 100 Lizenzen begrenzt und nur bis 31. Oktober 2026, 23:59 Uhr (Schweizer Zeit), erhältlich. Der Gratis-Plan umfasst 5 Dokumente pro Monat ohne Kreditkarte, dazu gibt es 14 Tage Geld-zurück.
Zum Vergleich: Baunex kostet ab CHF 24 pro Benutzer und Monat, inklusive Zeiterfassung, Offerten und Rechnungen. e-rapport.ch kostet CHF 12.50 pro Mitarbeiter und Monat (exkl. MwSt.). Die Einheiten unterscheiden sich (pro Benutzer bzw. Mitarbeiter gegenüber einem Konto), und die Produkte lösen verschiedene Aufgaben. Das ist kein 1:1-Preisvergleich.
Datenschutz kurz eingeordnet
sprichmal wird von der matd ag in Rickenbach TG betrieben. Dokumente und Transkripte werden verschlüsselt in Frankfurt (AWS, EU) gespeichert, die Verarbeitung erfolgt nach DSGVO und revDSG. Zudem gilt: Schweizer Anbieter, der nicht auf deinen Worten trainiert.
Selbst testen statt glauben
Die Studienlage zeigt: Pauschale Genauigkeitsversprechen für Mundart sind mit Vorsicht zu geniessen. Auch die Stenoris-Seite empfiehlt: Der beste Test ist dein eigener Inhalt mit deinen eigenen Aufnahmen. Dialekt, Lärmpegel und Fachsprache deiner Baustelle sind entscheidend. Eigene Genauigkeitsmessungen für Baustellen-Diktate liegen uns bei sprichmal nicht vor, deshalb nennen wir hier keine.
Fazit
Ein Bautagebuch auf Schweizerdeutsch zu diktieren funktioniert, wenn man die Technik realistisch einschätzt. Die Erkennung liefert den Rohtext, die Vorlage macht daraus einen strukturierten Bericht, und ein kurzer Prüfblick auf Mengen, Namen und Nummern sichert die Qualität. Wer sauber diktiert und kurz gegenliest, spart sich die Büro-Nacharbeit am Abend.
Unsere Einschätzung
Offenlegung: Dieser Abschnitt ist eine redaktionelle Einschätzung von sprichmal.ch — eine Meinung, die die oben belegten Fakten einordnet, aber keine neuen Fakten oder Zahlen einführt. sprichmal.ch ist selbst Anbieter in diesem Markt; wir vergleichen offen und fair, statt Wettbewerber schlechtzureden.
Aus unserer Sicht liegt die Zuverlässigkeit beim Mundart-Bautagebuch nicht in einer möglichst hohen Erkennungsquote allein, sondern im Zusammenspiel aus drei Dingen: sauber diktieren, den Rohtext in die eigene Vorlage giessen lassen und Mengen, Namen und Nummern kurz prüfen. Wer jemandem verspricht, Mundart werde fehlerfrei verstanden, verspricht mehr, als die Studienlage hergibt.
Wir halten Baunex und e-rapport.ch für sinnvolle Lösungen, wenn Stunden und Material für die Verrechnung im Vordergrund stehen. sprichmal ist aus unserer Sicht die passendere Wahl, wenn du ein freies Bautagebuch im Layout deines Betriebs willst und den Bericht per Link an Bauherr oder Büro schicken möchtest. Das ist eine andere Produktart, deshalb empfehlen wir keinen Preisvergleich nach Franken allein.
Ehrlich gehört auch dazu: Zum Offline-Betrieb auf der Baustelle haben wir für sprichmal keinen Beleg, andere Anbieter bewerben ihn ausdrücklich. Wenn bei dir oft der Empfang fehlt, ist das ein echtes Kriterium. Unsere Empfehlung: Teste mit eigenen Aufnahmen im Gratis-Plan, bevor du dich entscheidest.
Wenn du wissen willst, wie dein Mundart-Diktat in der Vorlage deines Betriebs aussieht, kannst du es mit eigenen Aufnahmen im Gratis-Plan ausprobieren: in 4 Fragen herausfinden, was SprichMal dir bringt.